Geschichte der Blutegeltherapie

Geschichte der Blutegeltherapie

Blutige Ausleitverfahren sind bereits seit dem Altertum (ca. 2000 Jahre vor der christlichen Zeit) bei allen Völkern bekannt. Die älteste schriftliche Überlieferung zur Blutegeltherapie befindet sich im Papyrus Ebers (1553-1550 v.u.Z.). Nebst diesen Überlieferungen wurden auch in Süditalien bei Ausgrabungen Symbole gefunden, die Blutegel darstellen und auch in Indien wurde der Ayurveda-Gott Dhanvantari mit einem Blutegel als Symbol für Naturheilkunde abgebildet. Hippokrates als Begründer der Vier-Säfte-Lehre bezeichnete die Blutegel damals aber noch als Parasiten. Rund 150 Jahre später war es der Arzt Nikander von Colophon, der die therapeutische Anwendung der Blutegel in Europa beschrieben hat.

Von da an bis nach dem Niedergang des Römischen Reiches und auch nach der Zeit von Karl dem Grossen blieb die Blutegeltherapie aber eher selten. So finden sich auch in den Schriften von Hildegard von Bingen keine Hinweise zur Blutegeltherapie.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die medizinische Anwendung der Blutegel in ganz Europa wieder sehr populär. Der französische Arzt François Joseph Broussais setzte die Blutegel vor allem für ausleitende Verfahren und zur Behandlung von chronischen Krankheiten ein. Broussais war Chefarzt im Militärspital Val de Grâce in Paris und Chirurg in der Grande Arme Napoléons.

In dieser Zeit wurde die Biologie der Blutegel und die Wirkung ihres Speichels ebenfalls genauer untersucht. So wurde im Jahr 1904 der Wirkstoff Hirudin gefunden. Über 50 Jahre nach der Entdeckung vom Hirudin in 1955 konnte der deutsche Arzt und Pharmakologe Fritz Markwardt das Hirudin rein isolieren, chemisch charakterisieren und seine Wirkung exakt untersuchen.

Unterdessen weiss man heute, dass im Speichel des medizinischen Blutegel um die 100 bis 200 biologisch aktive Stoffe enthalten sind, wovon aber noch nicht alle bis ins Detail erforscht sind.

Kontakt

Bei Fragen rund um die Blutegeltherapie kannst du mich gerne kontaktieren.

Rickä Therapie
Rickä Grossenbacher
Rainackerstrasse 1
4622 Egerkingen

rickae@rickae-therapie.ch
+41 79 713 66 30

Kontaktformular